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Bewährtes und Neues

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Nachdem der letzte Islandaufenthalt nun schon ein gutes Jahr zurĂĽcklag, war es am 01.09.2005 ENDLICH wieder soweit! Meine zweite Island-Reise startete!
Nach dem genialen Urlaub auf egilsstadir1 in 2004 war ich gespannt, wie ich es nun dort vorfinden und ob sich das unvergessliche Erlebnis Island annähernd so wiederholen lassen würde.
Diesmal reiste eine „Isi-Bekannte“ – Michaela – mit. Sie verursachte auch gleich das erste Novum dieses Urlaubs. Hatte ich beim letzten Mal Dank der Deutschen Bahn und widriger Umstände noch so gerade eben mein Flugzeug erwischt, waren wir aufgrund von Michaela’s überpünktlicher Ankunft bei mir Zuhause doch tatsächlich die allerersten beim CheckIn-Schalter am Flughafen! Ist mir wirklich noch NIE passiert! :-))

In Keflavik angekommen hielt ich natĂĽrlich erstmal Ausschau, wer uns wohl abholen wĂĽrde. Und siehe da - es war Alli, der schwedische „Allround-Mann“ von egilsstadir1, der auch im letzten Jahr schon auf der Farm arbeitete. Diesmal in der Rolle des „professionellen Abholers“ mit einem „egilsstadir1“-Schild im Anschlag. Auch ihn hatte es also offensichtlich nach kurzer Heimat-Unterbrechung wieder zurĂĽck nach Island verschlagen.

Da wir erst spät am Abend ankamen und es ja leider im September auch in Island nachts nicht mehr hell ist, fuhren wir die Strecke vom Flughafen zu unserem Urlaubsdomizil im Dunkeln. Schade für Michaela, die so noch bis zum nächsten Morgen auf ihren ersten Blick auf Island warten musste.
Auf der Farm angekommen erfuhren wir, dass wir beide das kuschelige Sommerhaus bewohnen würden. Super! Nach dem auspacken und der Verteilung der Betten (ich durfte oben auf der Empore unterm Dach schlafen :-) ) stießen Michaela und ich erstmal auf eine hoffentlich schöne kommende Urlaubswoche an.

Tag I begann viel versprechend: Klarblauer Himmel und ein wunderschöner Sonnenaufgang. Wie bereits im letzten Jahr sollten wir auch diesmal wieder absolutes GlĂĽck mit dem Wetter haben!
Da das Frühstück für 09:00h angesetzt, dies aber aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Island und Deutschland für uns schon 11:00h „gefühlte“ Zeit und wir entsprechend früh wach waren, nutzen wir den ersten Morgen für einen ausführlichen Rundgang über die Farm.
Es war alles noch da : Der Fluss, die geniale Aussicht auf Vulkan und Gletscher und überhaupt die „wohlfühlen-und-bleiben-wollen-Atmosphäre“!
Auch bei den Pferden, die praktischerweise auf der Weide direkt vor unserem Häuschen standen, traf ich diverse alte Bekannte wieder. Allen voran natürlich meinen Liebling Prins!

Im Haupthaus wurden wir dann von Christiane und zu meiner Freude auch von Lea, die im letzten Jahr die „erste Praktikantin“ auf egilsstadir1 war und jetzt gerade dort urlaubte, begrüßt. Die nächsten beiden bekannten Gesichter also …
Ungeschickterweise hatte ich es leider nach dem Titel „erster Gast“ vom letzten Jahr nicht geschafft, auch „erster Wiederholungstäter“ zu werden. Eine andere Urlauberin hatte mir diesen Titel vor der Nase weg geschnappt, wie ich erfuhr. Mist! Jetzt muss ich mir also für 2006 etwas Neues einfallen lassen – aber ich arbeite schon dran! Zur Auswahl stehen z.B. „erster Wintergast“ oder „Stammgast“ :-))

Der erste Ausritt nach dem Frühstück mit Prins (!) – O-Ton Christiane: ich dachte, du wolltest ihn vielleicht reiten (och :-) ) – führte zum schon bekannten Urriðafoss.
Irgendwie konnte ich noch gar nicht so richtig fassen, dass ich wieder in Island war und mit netten Leuten auf meinem isländischen Lieblingspferd durch die faszinierende Landschaft ritt!

Nachmittags ging die morgens begonnene Wasserfall-Tour dann nahtlos weiter zu zwei neu ins Programm genommenen Ausflugszielen. Stop Nr. 1 war am Seljalandsfoss. Das Besondere am Seljalandsfoss ist, dass man auf einem schmalen (und glitschigen) Fußweg hinter dem Wasserfall herlaufen kann, was wir natürlich prompt ausprobierten. Ziemlich nass, aber dafür mit vielen schönen Fotos und der ganz neuen Perspektive „Wasserfall von hinten“ belohnt, tauchten wir schließlich auf der anderen Seite des Rundweges wieder auf.

Apropos Fotos: Dieser Urlaub war absolut fotointensiv. Zum einen, weil ich eine neue Kamera hatte, die natĂĽrlich ausfĂĽhrlich getestet werden musste und zum anderen, weil Michaela und Julie (die aktuelle deutsche Hilfe auf dem Hof) ständig Fotos von sich vor irgendwas und / oder mit irgendwem haben wollten. Dies natĂĽrlich nicht nur mit meiner Kamera sondern auch vorsichtshalber noch mit der Eigenen und aus verschiedenen Perspektiven (Noch Eins - ich hatte doch noch gar nicht mein Zahnpasta-Lächeln aufgesetzt!). Resultat der sieben Urlaubstage waren schlieĂźlich zwei randvolle CDs fĂĽr jeden von uns mit den gesamten Fotos die Julie, Michaela, Alli und ich geschossen hatten. Es lebe die Digital-Technik! :-))

Weiter ging’s zum SkĂłgarfoss. Dieser Wasserfall bot die nächste sportliche Herausforderung. Man kann nämlich die gesamten 62m Wasserfall-Höhe ĂĽber eine Treppe hochklettern (ĂĽber die Anzahl Stufen konnten wir uns nicht einigen, jeder hatte was anderes gezählt) und dann die tolle Aussicht von oben genieĂźen. Klar, dass wir das gemacht haben, oder?!.
Dabei war die eigentlich Herausforderung nicht die Treppe als solche, sondern das Luftholen und weiterlaufen trotz ständigem lachen und quatschen .
Wieder unten mussten wir dann erstmal eine Picknick-Pause mit Schokoladenkuchen und „Bundeswehr-Keksen“ einlegen. Hier haben wir für uns übrigens zwei Kategorien definiert: Die dicken, harten, ungefüllten Kantinen-Kekse und die mit Vanille-Creme gefüllten, dünneren Offiziers- bzw. Casino-Kekse :-))
Neben dem Wasserfall gibt es in Skógar noch ein Heimatmuseum und Häuser aus verschiedenen Epochen der isländischen Geschichte zu sehen. Drei kleine Häuser mit Grasdächern kamen mir verdächtig bekannt vor . Sie sind nämlich auf dem Einband des Romans Nordermoor von Arnaldur Indridason abgebildet, den ich kürzlich gelesen habe :-))

Zu den Ausflugszielen gehörte auch diesmal wieder der goldene Zirkel mit Thingvellir, Geysir und Gullfoss, da Michaela dies alles ja noch nicht gesehen hatte. Besonders der Thingvellir Nationalpark hatte aber auch für mich trotz der Wiederholung überhaupt nichts an Faszination verloren. Man hätte mich einfach dort „aussetzen“ und den ganzen Tag mit fotografieren und einfach nur schauen verbringen lassen können. Die Landschaft dort ist eben einfach unglaublich und fesselnd. Der Herr-der-Ringe lässt grüssen ...
Neu war der Besuch des Visitor-Centers von Thingvellir. Hier wird an mehreren Bildschirmen - auch in deutsch - die Geschichte des Ortes, Geologie, Flora und Fauna anschaulich und teilweise mit nachgestellten Filmszenen erläutert. Fand ich super interessant!
Dadurch, dass wir den Zirkel diesmal in entgegen gesetzter Richtung als in 2004 mit Thingvellir als Abschluss fuhren, erfolgte die Rückfahrt zur Farm grösstenteils „bergab“, was wunderschöne Aussichten auf die durchfahrene Landschaft ergab. Außerdem musste das Auto dadurch auch nicht so schuften :-))

Ein weiterer Programm-Punkt war natürlich Reykjavik, diesmal neben der Hallgrimskirkja und Perlan mit ausführlicherem Stadtbummel, HotDog-Essen, Café-Besuch und Shoppen. Die Innenstadt ist wirklich sehenswert. Man kann überall schöne Ecken und liebevoll gestaltete Innenhöfe entdecken – eine Hauptstadt mit Kleinstadt-Charme im positivsten Sinne …
Auf dem Rückweg nahmen wir auch noch die blaue Lagune mit allem was dazu gehört, also auch Sauna und „weisser Maske“, mit. Ebenfalls ein sehr lohnender Besuch!

Unsere „pferdischen“ Aktivitäten kamen selbstverständlich auch nicht zu kurz. Auf unseren teilweise mehrstündigen Ritten bekamen wir u. a. zufällig auch einen Schafabtrieb zu Pferd im kleinen Stil zu sehen, ritten auf einem alten Wikinger-Pfad und Picknick-Pausen gehörten ebenfalls wieder dazu.
An einem Nachmittag begleiteten wir Óli zum Nachbarn und Isi-Züchter Gussteinn, um Christiane’s Stute Dama, die dort zum decken stand, wieder abzuholen. Hier gab es viele süße Fohlen mit hübschen Mamas und einen schicken Junghengst zu bewundern.
Nein, ich habe kein Pferd gekauft! Wieso fragt mich das eigentlich immer jeder?! Na ja - das Rappscheck-Fohlen war schon seeehr hĂĽbsch :-))

Reiterlicher Höhepunkt aber war der auf zwei Tage verteilte Ritt zum Meer und am Strand! Hierfür hatte Christiane beschlossen, dass jeder zwei Handpferde mitnehmen sollte, damit wir durch Pferdewechsel die Strecke insgesamt flotter reiten können. Also starteten wir mit drei Frauen (Christiane, Michaela und ich) und neun Pferden Richtung Meer. Dieses Handpferdereiten war das Sahnehäubchen auf der ohnehin sehr schönen Strand-Tour und bereitete Dank der tollen Pferde auch keinerlei Probleme!
Jeder ritt mit seiner Dreier-Gruppe (ich hatte natürlich Prins und ausserdem Dalia sowie „Sofa“ Lukka) mal vorne, mal hinten und es machte einfach nur Spaß, die Gruppe zu führen, mit allen nebeneinander die Strasse entlang zu tölten oder die mit wehenden Mähnen fleissig vorwärts gehenden Pferde aus der hinteren Position anzuschauen!

Mit von der Partie war natĂĽrlich bei allen Ritten auch wieder Birta, die unermĂĽdliche Border Collie-HĂĽndin von egilsstadir1.

Ach so, fast hätte ich’s vergessen: Dass der Sommer zu Ende ging, war nicht nur daran zu bemerken, dass die Gänse so langsam das Weite suchten, es abends wieder gegen 21:00h dunkel wurde und die Nächte mit um die 3°C schon ziemlich kalt waren. An den letzten beiden Abenden bekamen wir sogar schon Nordlichter zu sehen! Leider hat die keiner im Bild eingefangen, weil wir zu fasziniert waren von diesem echt nordischen Naturschauspiel …

Abgerundet wurde der Urlaub durch das noch immer sehr leckere und reichhaltige Essen (Lachs und Lamm vom Grill, Fisch-Klösschen, Lamm-Gulasch, Spaghetti, HotDogs, Waffeln, Schokoladenkuchen, Pfannkuchen, etc., etc.), das Sonnenbaden auf der Bank vor dem Sommerhaus und in den Reit- und Ausflugs-Pausen und natürlich wieder durch mehrere Hot Pot-Besuche!

Aber zu einem ganz besonderen Erlebnis machte die Zeit in Island auch dieses Mal die immer engagierte, herzliche und super nette Betreuung durch das Egilsstadir1-Team Christiane, Ă“li und Alli!
Das Ausflugs- und Reit-Programm war gegenüber 2004 durch die in der vergangenen Saison gewonnenen Erfahrungen optimiert, Neues wurde aufgenommen, Bewährtes beibehalten. Rundum gelungen!

Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß und es wurde wieder viel gelacht in diesem Urlaub! U. a. über so „zweifelhafte“ neue Wortschöpfungen von „Lamm-Fan“ Michaela wie
       „Irgendwie schmeckt die Wurst anders als bei uns. Mmh, ist bestimmt Salammi!“
       „Trinken wir heute Abend einen Wein?“ – „Ja, Lammbrusco!“
       „Die Margeriten sehen bestimmt im Morgentau schön auf einem Foto aus, aber um die Zeit bin ich ja noch gar nicht aufgestanden.“
          â€“ „Dann sind es eben TauBenichtse!“

Gegen meinen im letzten Jahr eingefangenen Island-Virus hat der Aufenthalt jedenfalls nicht geholfen – im Gegenteil, ich fürchte die Sache ist jetzt chronisch !

Also auch an dieser Stelle wieder: Bless, bless und bis zum nächsten Mal auf egilsstadir1!


  P.S.: Auf dem Flughafen am RĂĽckflugabend fand ich noch diese Postkarte :-))