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Lämmerzeit und "Züchtertour"

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kleinPICT0054Ich wollte immer schon mal bei der Geburt der Lämmer dabei sein und hatte gehofft, dass es nun im Mai soweit sein würde. Na ja, es hat so gerade noch geklappt. Das letzte Lamm wurde in der Nacht geboren in der ich auf Egilsstadir1 angekommen bin und ich habe es live erlebt!
Aber auch die anderen Lämmer waren erst zwei, drei Tage alt und es war sehr niedlich ihnen beim Entdecken der Welt zuzuschauen. Man kann sie wirklich stundenlang bei ihren Kapriolen beobachten :-))

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Am nächsten Tag fanden sich dann noch drei weitere Gäste ein und die Ausflugs- und Reittouren konnten losgehen. Endlich schaffte ich es diesmal auch bis nach Vik. Die letzten Versuche scheiterten immer am Wetter, denn bei Sturm diese Strecke zu fahren, bietet sich nun mal nicht an :-)) Aber die lange gehegten Erwartungen an dieses Ziel wurden nicht enttäuscht! Vik mit seinen Felsformationen ist einfach einmalig und wir hatten Glück, dass wir bei Ebbe und im Sonnenschein dieses Naturmonument erleben konnten!

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Zwischendurch nutzten wir die Zeit zu einem Besuch bei Prinsessa’s Vater Tvistur frá Breidholti, der inzwischen unter dem Sattel ist.
Er ist ein wirklich schönes Pferd mit viel Behang geworden, den er anscheinend ja auch an seine Kinder weitergibt, und einem sehr freundlichen Charakter. Ausserdem zeigte er sich bereits nach nur kurzer Ausbildungszeit unter dem Sattel sehr kooperativ und mit schönen Bewegungen. Ich hoffe natürlich, dass Prinsessa ihrem Vater nachschlägt! :-))

Nachdem die Woche zunächst eher gemütlich begonnen hatte, trafen zum Wochenende hin vier Däninnen ein, die nur Reiten wollten und daher eine “3-Tage-Tour” gebucht hatten. Diese sollte so aussehen, dass wir zunächst die Tour über die alten Wikingerpfade zum Thingdal reiten und dann am zweiten und dritten Tag die Meerestour anschließen wollten.

Die Ankunft kleinSDC10524der Däninnen gestaltete sich recht turbulent und das erste gemeinsame Abendessen ebenso. Alle anderen Anwesenden wurden zu Ihren Pferden und Reitkünsten sowie zu ihren Beweggründen für einen Islandurlaub befragt.
Ich bin prompt durchgefallen, weil ich in Deutschland auch ein Islandpferd besitze: “Why do you come to Iceland when you have an Icelandic horse in Germany?” Komische Frage oder? “Warum gehen Leute in ein Restaurant zum Essen, wenn sie Zuhause doch auch eine Küche haben?” Nachdem ich geantwortet hatte: “Because I have Icelandic horses here in Iceland as well!” war Ruhe. Manchmal muss man eben ein bisschen angeben :-))

Aber alles war gar nicht so wild, weder die Damen noch ihre Ritte. Einmal im Sattel ging alles sehr zahm und friedlich zu. Nachdem wir am ersten Tag der 3-Tage-Tour noch im Regen in bewährt hübschem Orange los ritten, klarte es im Laufe des Vormittags auf und mein Vertrag mit dem isländischen Wetter ging auch diesmal auf :-))
So erlebten wir drei sehr schöne Tage im Sattel, einen Galopp am Strand, ausführliche Fotosessions und bei manchen Mitreiterinnen auch den einen oder anderen schmerzenden Körperteil - “We don’t ride that much at home!” Aha ...

Für mich gab es am zweiten Abend der 3-Tages-Tour noch ein weiteres persönliches Highlight. Im letzten Jahr während des Landsmóts-Aufenthalts hatte ich ja den Deckhengst 2008 in der Stutenherde von Gussteinn kennengelernt: Sörli frá Sydri-Gróf, ein Kjarval frá Saudarkroki-Sohn.
Diesen Hengst fand ich sehr spannend und hatte mir daraufhin mal die Zucht seines Besitzers und Züchters Bjössi genauer angesehen. Nicht zuletzt ist er ja auch Züchter von Prinsessa und ihrer Mutter und hat ausserdem bereits diverse hochkleinSDC10504 beurteilte Pferde aus seiner Zucht hervorgebracht. Daher fragte ich, ob es möglich sei, sich mal seine Nachzucht anzuschauen.
Und prompt hatten Óli und ich eine Einladung. Bjössi wollte mit ein paar Pferden im Hänger aus Selfoss bei uns vorbeikommen, wir sollten mitsamt unseren Sätteln zusteigen, mit nach Sydri-Gróf rausfahren und mit ihm dort über seine Weiden reiten. Wow, das war ein Angebot! Christiane’s Kommentar: “Er hat lauter so Turbo-Reitpferde.” Ups - wie war das mit meiner Lebensversicherung?
“Turbo” stimmte, aber gleichzeitig war die Isabell-Stute ausgesprochen rittig und gut trainiert, die ich da zugeteilt bekam und obendrein noch sehr hübsch! Es war ein echtes Erlebnis so ein Power-Pferd reiten zu dürfen und ich wollte gar nicht mehr absteigen! Vielen Dank an Bjössi!
Nochmal eine ganze Stufe mehr war die Schimmelstute, die Bjössi selber ritt. Obwohl Óli und ich nun wirklich nicht langsam im Tölt waren, war Bjössi uns immer weit voraus. Die Beiden hatten nicht nur den Turbo sondern den Nachbrenner drin. Auf jeden Fall sehr beeindruckend!

kleinSDC10557Apropos “Icelandic horses in Iceland”. Bei so viel Reiten strapazierte ich natürlich nicht ständig nur den armen Prins sondern hatte auch wie immer das Vergnügen weitere Pferde zu reiten - hauptsächlich Fjödur.
Und weil ich meinen neuen Hrimnir Sattel so günstig bekommen habe und er nicht nur Prins sondern auch Fjödur sehr gut steht, habe ich jetzt noch einen weiteren Grund immer wieder nach Island zu kommen. Dieser neue Grund ist groß, freundlich, braun mit Windfarb-Einschlag, 2002 geboren und hat einen ganz weichen Tölt.

Fortsetzung folgt - im Oktober 2009 ...